Erekson

Handball

5. November 2016

Um die beiden Hauptfiguren meines Jugendromans Sieben Sonnen besser kennenzulernen, habe ich eine Tabelle angelegt, in der ich ihre Persönlichkeitseigenschaften, Lebensumstände und Vorgeschichte einander gegenüberstelle. Unter anderem habe ich mir auch über die Körpergröße der beiden Gedanken gemacht.

Die weibliche Hauptfigur – vermutlich wird sie Lija heißen – ist auch körperlich eine starke Frau. In einer Szene überwältigt sie im Kampf einen sportlichen jungen Mann. Ich habe also überlegt, wie Frauen sind, die die Kraft und Aggressivität besitzen, dass sie eine körperliche Auseinandersetzung nicht scheuen und dabei vielleicht auch gewinnen können. Dabei habe ich an Handballerinnen gedacht.

Handball ist ein körperbetonter, harter Kontaksport, und die Spielerinnen müssen widerstandsfähig und willensstark sein. Dies passt gut zu einigen Anteilen von Lijas Persönlichkeit, also lasse ich sie in ihrer Freizeit Handball spielen.

Damit nun auch Lijas Körpergröße zu ihrer Rolle in der Geschichte passt, habe ich mir die Profile der Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes angesehen und deren durchschnittliche Körpergröße berechnet. Zu meinem Vergnügen habe ich auch noch die Verteilung grafisch dargestellt, wobei sich eine interessante bimodale Verteilung zu ergeben scheint: Spielerinnen der Handballnationalmannschaft sind entweder um 171 oder um 180 cm groß, es gibt nur eine Spielerin zwischen 173 und 176 cm. Ob das ein Artefakt der kleinen Stichprobe ist, oder ob kleine und große Handballerinnen einen Vorteil gegenüber Spielerinnen mittlerer Größe haben, darüber soll sich die funktionelle Sportanatomie den Kopf zerbrechen. Ich wollte nur ein bisschen prokrastinieren, jetzt will ich mich wieder der Entwicklung meiner Figuren zuwenden. Im Mittel, so errechne ich, sind die Frauen der Handballnationalmannschaft 178 cm groß, gegenüber der im Durchschnitt nur 165 cm großen deutschen Frau.

Wenn ich mir Lija nun als einen Meter achtundsiebzig groß vorstelle, gibt mir das ein Gefühl dafür, wie sie anderen Menschen gegenübertritt, wie sie sich bewegt und wie sie sich in ihrem Körper fühlt.